Weil Immobilienfirmen immer grössere Teile des Zürcher Wohnungsmarktes aufkaufen, haben sich die Mieten in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Neue Zahlen von Statistik Stadt Zürich zeigen heute, dass sich dieser schädliche Trend auch 2025 fortgesetzt hat. Immobilien-AGs, Anlagefonds, Banken und Versicherungen besitzen neu 34 Prozent der Wohnungen. Es wären noch mehr, hätten sie 2025 nicht auch überdurchschnittlich viele Wohnungen abgerissen. «Dieser traurige Rekord ist für die Zürcher Bevölkerung ein massives Problem», sagt Florian Utz, Co-Präsident der SP-Gemeinderatsfraktion. «Je mehr Wohnungen von renditeorientierten Immobilienfirmen vermietet werden, desto stärker steigen die Mieten.»
FDP & SVP schauen weg, weil ihre Freunde profitieren
Die SP kritisiert, dass FDP und SVP nicht mithelfen, die feindliche Übernahme des Zürcher Wohnraums durch Immobilienfirmen zu stoppen. «Jede Siedlung, welche die Stadt rechtzeitig erwirbt, bedeutet eine Leerkündigung weniger», sagt Lisa Diggelmann, Co-Fraktionspräsidentin der SP-Gemeinderatsfraktion. Die überdurchschnittlich vielen Abbrüche durch Immobilienfirmen 2025 führen nämlich zu einer massiven Verdrängung. «Ich rufe FDP und SVP dazu auf, ihre Blockadehaltung abzulegen, nur weil sie mit der Immobilienlobby verbandelt sind. Es ist inakzeptabel, dass sich Immobilienfirmen auf Kosten der Zürcher Mietenden bereichern.»
SP kündigt neue Initiative an
Die SP kämpft seit Jahren dafür, dass die Stadt mehr Wohnsiedlungen erwirbt und langfristig bezahlbar vermietet, bevor sie von renditeorientierten Firmen aufgekauft werden. Doch die bisherigen Anstrengungen reichen nicht aus – gerade auch wenn man anschaut, dass fast vier Mal mehr Bauprojekte von Immobilienfirmen bewilligt sind, als von gemeinnützigen Wohnbauträgern. Für die SP ist klar, dass der Stadtrat die budgetierten 600 Millionen Franken dieses Jahr ausschöpfen und überdies auch den Rückstand aus dem Jahr 2025 aufholen muss.
«Doch um den Immobilienfirmen beizukommen, braucht es noch mehr», sagt Oliver Heimgartner, Präsident der SP Stadt Zürich. «Wir haben darum eine neue städtische Wohn-Initiative ausgearbeitet. Unser Ziel ist es, die städtische Wohnbaustiftung PWG rasch mit neuem Kapital zu stärken, damit sie in den nächsten 10 Jahren zusätzlich für 3 Milliarden Franken bezahlbaren Wohnraum sichern kann.»
Die neue SP-Initiative wird in wenigen Wochen lanciert.
